Archiv der Kategorie: Geocachen

HIER REGIERT DER HSV!!!

Gestern habe ich getan, was schon lange überfällig war: Ich habe den Travel Bug, den ich von Phili zum Geburtstag geschenkt bekommen hab, auf Reisen geschickt. Er besteht aus der Hundemarke, die ihn als Travel Bug ausweist, einem Zettel, der die Aufgabe beschreibt und einem kleinen HSV-Ball. Gestern haben wir ihn nun in den Cache Just Large gesteckt. Seine Aufgaben ist ebenso simpel wie genial (und ich werde neidisch bei dem Gedanken):

I would like to travel to San Francisco, San Clemente and San Diego (California, USA) and then finish the travel in Hamburg, Germany. My owner would be happy to see some pictures of every single place I visite during my travel.

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Dieser Travelbug möchte die Städte San Fancisco, San Clemente and San Diego (Kalifornien, USA) besuchen und dann die Reise in Hamburg, Deutschland beenden. Mein Besitzer würde sich sehr über Bilder jeder Station meiner Reise freuen.

Ich hoffe, er geht zwischendurch nicht verschütt.

Wer ihn verfolgen möchte, hat hier die Möglichkeit.

Abschiedsfoto
Ein Abschiedsfoto

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Jungfernfahrt durch das Felsenmeer

Gestern wollten Phili und ich saunieren. Ich gehe wegen des Fitnessstudios wöchentlich in die Sauna, bei mir war der Bedarf daher nicht sehr groß. Aber Phili war bereits seit gefühlten zig Monaten nicht mehr in der warmen Bude, weswegen sie sich besonders aufs Saunieren freute. Hätte auch alles super geklappt, wenn die Sonne nicht geschienen hätte. Denn wer geht schon in die Sauna, wenn der scheidende Sommer mit den letzten Sonnenstrahlen einen angenehmen Sonntag einläutet (is das nicht schön literarisch gesäuselt?). Kurz und gut, wir sind nicht in die Sauna gegangen, sondern ich hatte Phili überredet, mit mir Cachen zu gehen. Die Strecke sollte allerdings kein Kindergeburtstag werden (Cachen ist generell für Kindergeburtstage ungeeignet). Wir wollten schon seit längerem den Cache Felsenmeer angehen, bisher scheiterten wir schlichtweg daran, dass er ein wenig umfangreicher und anstrengender ist.Kurzer Geologie-Exkurs: Was ist das Felsenmeer? Hierzu verrät die Cachebeschreibung folgendes:

Geologisch betrachtet handelt es sich um eine Buntsandstein-Blockhalde, die während der letzten Eiszeit entstanden ist. Tauwasser geriet in die Klüfte des Buntsandsteines, gefror dort wieder und sorgte für Frostsprengungen. Am Ende der Eiszeit taute die obere Bodenschicht auf, und mit der entstehenden Schlammschicht rutschten die Gesteinsbrocken talwärts und türmten sich dabei auf.

Also ein Wechselbad der Gefühle, das allerdings ein wenig länger dauerte.

Der Cache startet in Schlierbach am Wolfsbrunnen, wo auch ein anderer Cache ist, den wir bisher mit dem Fahrrad gesucht hatten, und geht dann Serpentinen hinauf. In der Cachebeschreibung liest es sich dann so:

Die gesamte Strecke (Hin- und Rückweg) beträgt ca. 3 km, die benötigte Zeit ca. 1 1/4 bis 1 1/2 Stunden. Die T-Wertung ergibt sich aus den Wegen mit Rutsch- und Stolpergefahr und dem Anstieg, bei dem ca. 230 Höhenmeter überwunden werden müssen.

Beim Lesen dieser Zeilen wusste ich schon, dass der Cache-Owner lügt.
Gleichzeitig sollte dieser Cache auch die erste Bewährungsprobe für unsere neuen Wanderschuhe sein, die wir uns in Hamburg haben schenken lassen (@Uta: Nein, Phili hat ihre Schuhe nicht wirklich vor ihrem Geburtstag angezogen. Wir wollten nur sichergehen, dass sie gut sind, bevor Phili sie sich schenken lässt 😉 ). Vorweg: Gut, dass wir die dabei hatten!


Los ging es. Wir starteten bei uns zu Hause und gaben in das GPS die erste Koordinate, den Einstieg in den Wald, ein. Unbeeindruckt von den angezeigten 2,3km stiefelten wir los (beim Lesen dieser Anzeige hoffte ich noch, das Gerät lügt).


Wie immer, wenn man durch Schlierbach spaziert, sieht man Anwesen, bei denen man denkt „hey, die wohnen wenigstens im gleichen Stadtteil wie ich“.

Anfang vom Felsenmeer

Je höher wir kamen und je weiter wir in den Wald hinein wanderten (man kam sich vor wie Hänsel&Gretel, nur ohne Brotkrümel, -> blöd für die Vögel), desto mehr sah die Umgebung neben dem Weg nach Felsenmeer aus. Die Sonne und die warmen Temperaturen bewiesen uns, dass es eine gute Idee war, heute cachen zu gehen.

Steiler Anstieg
Ich könnte jetzt schreiben, dass der Anstieg nur steil wirkt, das wäre aber glatt gelogen. Tatsächlich ging es stellenweise wirklich mit gesunder Steigung hinauf, aber wir sind ja jung und sportlich (Phili jung und ich sportlich), so dass wir die Steigung kaum spürten (na nu, meine Nase wächst). Der super Ausblick und das tolle Naturschauspiel um das Felsenmeer entschädigte aber für die brennenden Oberschenkel, die pfeifende Lunge und das durchgeschwitzte T-Shirt.

Stein auf Stein
Was haben sich die Heidelberger wohl damals gedacht, als sie das hier bauten?

Ausblick auf Ziegelhausen

Hütte
Kurz vorm Ziel die erste Rast. Die kleine Hütte lud ein, ein wenig zu verschnaufen, was zu essen und zu trinken und den Joggern, die vorbeikamen, insgeheim nen Vogel zu zeigen, weil sie hier hochjoggen.

Cache gefunden
Mission 1 erfüllt, Cache gefunden. Zeitgleich machte sich mein rechter Fuß mit einer wachsenden Blase an der Hacke bemerkbar. Zum Glück konnte ich dieses Gefühl mit einem festeren Schnüren des Schuhs unterbinden, schließlich wollten wir noch höher hinaus.

Nachdem wir den Felsenmeer-Cache gefunden hatten, hatten wir uns als zweites Ziel einen Cache auf dem Königsstuhl (Heidelbergs Hausberg) ausgesucht. Die Schuhe machten sich hier schon bemerkbar, da wir nichts merkten. Unsere Füße waren nicht einmal ansatzweise ermüdet. Warum also umkehren?

Ehemalige US-Army Base
Nachdem wir ein Weilchen weiter gewandert sind, sahen wir die ersten Zeichen von Zivilisation: Eine (zu meinem Erstaunen mittlerweile ehemalige) US Army Base (für die Hochdeutschen: Kaserne), die vor kurzem, als ich das letzte Mal hier oben war, noch belegt war. Nun steht das Tor offen und man muss keine Angst mehr haben, direkt hingerichtet zu werden, wenn man ein Foto schießt.

Bergbahnstation
Von den ersten Anzeichen von Zivilisation direkt hinein ins Touristen-Getümmel. Wir genießen den Ausblick über die Rheinebene und freuen uns, dass Mannheim offensichtlich wieder Regen abbekommen hat (nicht ahnend, dass so ein Regengebiet nicht ortsfest ist, sondern wandert, zum Beispiel nach Heidelberg).

Prinzessin Phili
Der nächste Cache war ein Multi. Er ließ sich finden, indem man (in der Kurzform) vom Thron aus in eine bestimmte Richtung schaut und dann dort hinter einem Baum den Schatz hebt (nichts leichter als das… in einem Wald!). Um es kurz zu machen: Nichts wurde es mit dem Schatz. Der Baum, der den Schatz beherbergte, wollte sich uns nicht zu erkennen geben, und so entschieden wir, ihn als Trotzreaktion dann auch nicht zu finden. Mittlerweile war es auch schon spät und im Dunkeln zu cachen ist (mal abgesehen vom Nacht-Cachen) nicht so der Bringer.

Der Himmel weint über (oder wegen) Mannheim
Also ging es zurück zur Bergbahnstation. Ein Blick in die Rheinebene verriet uns, dass wir heute nicht mehr mit Sonnenbräune zu rechnen hätten. Ein weiterer Blick, diesmal auf die Uhr, glich einem Loblied auf unser Timing: Der letzte Bus nach Heidelberg war gerade weg. Zum Glück fuhr noch die Bergbahn und wir konnten zwei kostengünstige Tickets käuferisch erwerben (was sind schon zwei Bustickets für 5 Euro, wenn man auch zwei Bergbahntickets für 16 Euro haben kann?).

Bergbahn
Im Erste-Klasse-High-End-Hochgeschwindigkeitszug inklusive Durchschütteln und lauten misstrauenerweckenden Geräuschen (da kann Die Bahn noch was lernen) fuhren wir gen Molkenkur, wo wir eigentlich auch einen Cache suchen wollten.

Beleuchtetes Schloss
Wer hätte es gedacht? Als wir aus der Bahnstation kamen, stellten wir wieder unser Timing unter Beweis, indem wir auch den Bus, der uns nach Hause hätte bringen können, um ein paar Minuten verpassten. Da wir aber schon lange nicht mehr spazierengegangen waren, entschieden wir uns, von der Bergbahn zum Karlstor zu Fuß zu laufen, wo wir einen guten Blick aufs beleuchtete Schloss hatten. Am Karlstor angekommen, sollte der Bus um 20:17 Uhr fahren, es war 20:18 Uhr! Aber dieses Mal waren es nicht wir, die das schlechte Timing hatten, sondern der Bus, denn er hatte Verspätung.

Wegstrecke
Unter’m Strich sind wir ca. 6 Stunden gewandert, haben dabei 500 Höhenmeter bewältigt und eine Strecke von knapp 11km zurückgelegt. Auf dem Bild erkennt man in gelb eingezeichnet die Strecke, die wir am Berg (für Norddeutsche ist das zumindest ein Berg) gewandert sind (vom Einstieg am Wolfsbrunnen bis zur Bergbahnstation). Dank unserer Schuhe haben wir keine Qualen, Schmerzen oder sonstiges erleiden müssen. Wir sind uns sogar einig, dass, wenn es nicht dunkel geworden wäre, wir die Strecke auch zu Fuß wieder zurück gewandert wären. Das machen wir dann vielleicht nächstes Mal.