3. Spieltag: Was für ein Abend!

Gestern Abend fand der zweite Teil unserer Englischen Woche statt, das Punktspiel gegen Dossenheim II. Wir hatten ein Heimspiel und trafen uns daher um viertel vor sechs, weswegen ich mich entschloss, direkt von der Arbeit zum Spiel zu fahren. Ich hatte mich Dienstag vom Training abgemeldet, weil mein linker Knöchel dick war, dank Kühlung und Voltaren fühlte er sich jedoch wieder ein wenig besser an. Wie belastbar er ist, sollte das Warmmachen zeigen. Aufgrund des Knöchels, meines Fehlens beim Dienstag-Training und der Ansage des Trainers, dass wir 17 Leute zur Verfügung haben werden, rechnete ich mir allerdings keine wirklichen Chancen aus, spielen zu können, weder als Einwechselspieler und schon gar nicht von Anfang an. Trotzdem genoss ich es wieder, bei der Mannschaft zu sein. Beim Warmmachen zeigte sich erfreulicherweise, dass der Knöchel hielt und ich ziemlich schmerzfrei war (Gednakengang in dem Moment: „Cool, dann kann ich, da ich heute Abend nicht spiele, morgen früh laufen“). Und dann kam die Rechnung, die ich ohne den Wirt gemacht hatte: Beim Besprechen der Aufstellung eröffnete der Trainer mir, dass ich von Anfang an spielen sollte!!! Ich suchte schnell meinen Unterkiefer, der in dem Moment gefühlte 2m nach unten gefallen war und versuchte, mir diese Entscheidung zu erklären. Da ich am Vortag noch angeschlagen war, seit 1,5 Wochen kein Training besucht hatte, vorher einen recht unsicheren Eindruck hinterlassen hatte,  und wir dazu auch noch alle Mann an Bord hatten, machte es rational gesehen keinen Sinn… Scheiß egal, dachte ich mir, spielste halt.

Zum Spiel: Es fing an, wie es in dieser Saison schon viel zu häufig angefangen hatte: Ausgeglichen, man schob den Ball hin und her und bamm!, liegt man 0:1 hinten. Kurz danach das 0:2 und ein Blick in unsere Gesichter ließ sowas wie „nicht schon wieder“ ablesen. Doch dann kam es anders als bisher. Dank einiger mannschaftskameraden, die uns Sauhaufen zusammenbrüllten, fingen wir uns und kassierten nicht das 0:3, sondern stabilisierten uns. Und plötzlich fiel das 1:2, ein geiles Gefühl. Ich dachte mir nur „jetzt bin ich gespannt, ob wir dieses kurze High beibehalten können. Und tatsächlich, der Gegner ließ weiter nach und uns gelang das 2:2, wir waren wieder da, nur mit mehr Power als der Gegner. Doch dann eine Schrecksekunde: Nach einem langen Ball und einem Laufduell, bei dem der gegnerische Stürmer unseren Abwehrspieler mit dem Arm von sich halten wollte, was der Schiri aber nicht ahndete, wurde ebendieser im 16er gelegt, Elfmeter! Um es kurz zu machen: Unser Torwart bittet den Schiri, die 11m nochmal nachzumessen, der Schiri legt (ohne zu messen) den Byall nen Meter nach hinten, pfeift an, der Schütze legt ihn  wieder nen halben Meter vor, Proteste von uns wegen Handspiels, während unser Torwart protestierte schoss der Schütze, sah dafür gelb, Elfmeter wurde wiederholt, der Schütze schießt einen Kullerball links neben das Tor (das war dann aus der Kategorie „Nerven wie Drahtseile“). Unserem Selbstvertrauen tat das sicher nicht weh :-).
Zweite Halbzeit wussten wir, dass das heut Abend unsere drei Punkte werden müssen, es musste nur noch ein Tor her. Unsere Abwehr stand mittlerweile recht gut, speziell über meine linke Seite kam kaum etwas, weswegen ich bei einigen Laufduellen rechts aushalf. Aber wir spielen nicht so, als ob wir auf den Sieg drängten, das Spiel plätscherte so vor sich hin. Dann ein Freistoß für uns aus halblinker Position, ca. 20m. Gregor, ein Schütze mit einem Schuss wie ein Strich, lief an – alle rechneten wohl mit einem Gewaltschuss – und hob den Ball in bester Manier über die Mauer ins Netz. 3:2, wir neigten zum Jubel. Nun war noch 15min zu spielen, in denen wir uns natürlich hinten rein stellten. Der Gegner war daher natürlich ballbesitztechnisch überlegen, aber nie gefährlich nah am Tor. Den Abpfiff habe ich dann nur kurz mitbekommen, danach war Jubeln angesagt.

Aus meiner Sicht war es ein ziemlich geiles Spiel. Erst einmal, weil mein Knöchel hielt und ich die ganze Zeit schmerzfrei war. Dann, weil ich von Anfang an ran durfte, womit ich nie gerechnet hätte. Dann natürlich, weil ich durchgespielt habe und ich mir dabei schon deutlich sicherer vorkam als bei den letzten Malen (allerdings immer noch mit Luft nach oben). Aber am meisten, weil wir nach erneutem Rückstand dieses Mal nicht den Kopf haben hängen lassen, sondern uns zurückgekämpft haben und den zweiten Dreier geholt haben. Ich sag euch, das ist ein enorm angenehmes Gefühl :-).

Gruß
Hauke

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