Tae Bo…

… oder auch „Verdammt, was machen die da?“.

Daniel und ich wollte gestern im Fitnessstudio mal was Neues ausprobieren und haben deswegen mal Power Dumbbel Power Dumbbel sein lassen und sind zu Tae Bo gegangen.
Was ist Tae Bo? Tae Bo ist eine Mischung aus Aerobic und Kampfsportart und setzt sehr auf Kraft, Ausdauer und Koordination. Man übt es meist zu recht zackiger Musik aus und versucht dabei, ne gute Figur zu machen, seinen imaginären Gegenüber zu vermöbeln und überalledem das Atmen nicht zu vergessen. Was kommt nun dabei raus, wenn einer wie ich versucht, diesen Sport auszuüben? Einer wie ich ist in diesem Fall einer, der aktuell nicht wirklich fit ist, von Kampfsport keine Ahnung hat (weil die elterliche Erziehung in eine andere Richtung ging) und zu allem Überfluss auch noch männlich (Koordination? Was is das?). Genau, nichts produktives ist das Ergebnis.

Aber eins nach dem Anderen. Uns hätte schon am Anfang auffallen können, dass der Kurs nicht stark besucht war und dass über die Hälfte der Kursteilnehmer Mädels waren, die so aussahen, als ob sie die letzten fünf Jahre Mittwochs nichts anderes gemacht hätten, als Kampfsport, Aerobic und Koordination. Der Kursleiterin fielen wir sofort auf und sie erklärte uns kurz den Ablauf. „Einfach alles nachmachen, was ich mache. Wenn ihr euch nicht wohl fühlt, nicht rausgehen und nicht hinsetzen, sondern einfach ein wenig gehen und trinken. Und nicht das Atmen vergessen“. Nach dieser Ansage fragte ich mich langsam, ob ich hier richtig bin…
Der Spaß fing also an. Wir verteilten uns im Raum und warteten darauf, dass die Begleitmusik begann. Als sie zu hören war, wurde mir schlagartig bewusst, dass man beim Nichtstun unter Stress geraten kann, wenn man nur die passende Musik hört. Gefühlte 2000 beats per minute prasselten auf mein Trommelfell ein und ich fragte mich, wie man zu dieser Musik auch nur irgendeine kontrollierte Bewegung hinbekommen soll, die nicht nach epileptischen Anfall aussieht. Aber wir waren ja nicht bei „Fit über 70“, also Augen zu und durch. Die ersten Übungen waren recht human. Rechter Arm in Boxbewegung nach links vorne, dann das gleiche mit dem linken Arm. Dann mal nur den rechten mehrfach nacheinander, dann mal nur den linken. Dann wieder beide Arme, dieses Mal mit Schrittbewegung, gleichzeitig, im Takt der Musik. Und synchron!!! Das, was meine Arme und Beine da veranstalteten, hatte nichts mit synchron oder Tae Bo zu tun, das war fleichgewordene Chaostheorie. Da passte nichts zum Anderen.
Noch chaotischer wurde es, als sogenannte Kombinationen aus mehreren Bewegungen ausgeführt werden sollten. Um ehrlich zu sein: Ich hab da keine Kombination bzw. keine Wiederholung gesehen. Es hatten sich, so schien es mir, alle auf eine Bewegungsabfolge geeinigt, die jeder kannte, die nicht wiederholend ist und die noch dazu in einem Tempo ausgeführt wurde, dass man selbst beim Zuschauen Mühe hatte, auf der Höhe zu bleiben. Zwischenzeitlich war der Gang zur Wasserflasche die einzige Bewegung, die ich sicher und bravourös ausführte, der Rest war wie-Auto-gucken. Kennt ihr das Gefühl, ihr beobachtet etwas, bekommt es aber trotzdem mental nichtwirklich  mit? Da läuft ein Film, aber er läuft an euch vorbei. Mittlerweile war ich soweit, mir selber einzugestehen, dass dies nicht meine Sportart war (ich glaube, ich war der Letzte im Saal, der das geschnallt hat) und ich wollte mich schon in die Sauna verkrümeln. Aber just in dem Moment meldete sich mein Ehrgeiz und bölkte mich an, ich soll gefälligst im Kursraum bleiben und weitermachen (hätte er mal nur 5 min noch die Klappe gehalten, es hätte so schön werden können). Dieser Verräter hatte natürlich die Oberhand behalten. Ich kämpfte mich irgendwie durch die restlichen nunmehr 30 min, mehr schlecht als recht, aber trotzdem ständig mit dem Anspruch, jede Übung und jede Bewegung mitzumachen. Ich glaube, am Ende sahen meine Boxversuche eher so aus, als ob ich verzweifelt versuchen würde, meine Arme von mir wegzuschmeißen. Hat leider nicht gheklappt.
Irgendwann hatte die Pein ein Ende, die 60 min waren vorbei und ich wollte nur noch liegen, atmen und sonst nichts. Ich versuchte die Mädels im Kurs zu ignorieren, die locker lässig den Kursraum verließen, als ob sie gerade in die Mittagspause gingen. Auf mich wartete die Sauna, die hatte ich mir in dem Moment reglich verdient, fand ich.

Gruß
Hauke

Advertisements

5 responses to “Tae Bo…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: